Montag, 23. Mai 2011

Hipstamatic


Mehr Retro geht nicht - Hipstamatic


Keine iPhone-App dürfte die Simulation einer alten Filmkamera so konsequent durchziehen, wie Hipstamatic: Statt mit dem ganzen Bildschirm ein Motiv zu fokussieren, füllt die Rückseite der Kamera das Display aus – anvisiert wird das Motiv über ein kleines Sucherfenster.
Die Verarbeitungsweise ähnelt hingegen stark an ToyCamera: Bereits vorhandene Fotos können nicht als Vorlage verwendet werden, eine Effektvorschau gibt es nicht – aber bei der Analogfotografie wusste man vor der Entwicklung schließlich auch nicht, was einen erwartet. Erst wenn die grüne „Print Ready“-Lampe aufleuchtet, ist die grundsätzlich im quadratischen Format gesicherte Aufnahme fertig. Die maximale Auflösung beträgt leider - wenn in den Systemeinstellungen die hohe Qualität aktiviert wurde - lediglich 1050x1050 (iPhone 3G).



Über die In-App-Käufe dürften die Meinungen auseinandergehen. Hipstamatic bietet sogenannte HipstaPaks an, Sets aus virtuellen Filmen, Blitzen und Objektiven, die jeweils 79 Cent kosten. Im Retro-Vergleich zu CameraBag, ToyCamera und Lomob wirkt der Lieferumfang mit drei Objektiven, drei Filmen und einem Blitz mager. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Entwickler zwar beim Sucher auf ein zufälliges „Wandern“ des Bildes (abschaltbar) geachtet, aber nicht mehr Arbeit in die Dynamik der Fotos gesteckt haben: Zwischen zwei Aufnahmen mit dem selben Objektiv und Film ändert sich der Rahmen mit seinen Bildbeschädigungen kaum. Die Effekte können hingegen gefallen, wenn man sich an Toycamera-Fotos noch nicht sattgesehen hat.
Leider sind die Ergebnisse nicht ganz so unvorhersehbar, wie es wünschenswert wäre, der kleine Sucher und die In-App-Käufe für weitere Filter dürften die Zielgruppe weiter einschränken.
Die Hipstamatic war eine US-Fotofilmkamera, die von 1982-84 hergestellt wurde, angeblich wurden nur 157 Stück der Kamera mit der Plastikoptik produziert.