Dienstag, 31. Mai 2011

Interview mit Christopher Wesser



Stell dich doch bitte kurz vor

lay down, relax
Ich heiße Christopher, bin 24 Jahre alt und wohne in einem überschaubaren Städtchen Namens Ingolstadt im tiefsten Bayern. Hauptberuflich bin ich bei Audi angestellt und arbeite dort in der Buchhaltung, also ein relativ trockener und unkreativer Beruf. Als Ausgleich dazu bin ich bereits seit 10 Jahren aktiver Musiker, ich spiele Gitarre und Klavier und das auch seit ca. 8 Jahren in diversen Bands. Außerdem studiere ich in Teilzeit noch Tontechnik am SAE-Institute in München und baue mir nebenbei ein eigenes Tonstudio auf. Bereits mit der Musik ist mir klar geworden, dass ich eigentlich kein Büro-Mensch bin, mir kreatives Arbeiten extrem Spaß macht und mir ein extrem befriedigendes Gefühl gibt. Es ist einfach unbeschreiblich, selbst etwas zu erschaffen, in das man Emotionen und Herzblut steckt und auf das man später stolz sein kann.


Wie lange fotografierst du schon?
Als Musiker interessiert man sich automatisch auch irgendwie für anderen Kunstrichtungen und ich habe bereits vor ca. 2 Jahren gemerkt, dass ich mich immer wieder in Bildern verlieren kann, die ich in den diversen Fotocommunities fand. Ich war fasziniert davon, wie viel Emotionen in einem Bild übertragen werden können und wie unglaublich gut es manchen Fotografen gelingt, eine ganz eigene Stimmung und einen eigenen Charackter in einem Bild festzuhalten. Anfangs war ich davon überzeugt, dass ich sowas niemals selbst schaffen könnte, da ich bei mir noch nie ein Talent für visuelle Kunst festgestellt habe (jedenfalls sehen alle meine Zeichnungen aus, als wären sie von einem 3-Jährigen angefertig worden). Auch mit Fotografie hatte ich noch nie wirklich viel am Hut. Meine Urlaubsfotos habe ich immer mit einer schon sehr angestaubten Digitalkamera mit 3 Megapixeln und einem winzigen Display geschossen. Von Kunst oder „bewusstem fotografieren konnte da wirklich keine Rede sein. Nichts desto trotz war meine Neugier, es selbst zu versuchen im letzten Sommer so groß, dass ich mir im August 2010 meine erste Spiegelreflexkamera geleistet habe.


Deine erste Kamera war
meet jennifer eine Canon EOS 1000D, ganz einfach aus dem Grund, weil sie relativ billig war und in Testberichten sehr gut als Einsteigermodell abgeschnitten hatte. Bei eBay konnte ich die Kamera inklusive Kit-Objektiv für gerade mal 250€ ersteigern, das war für mich ideal weil ich ja erst herausfinden wollte, ob ich mich überhaupt länger für Fotografie begeistern kann. Das erste „Upgrade war dann ein neues Objektiv. Ich war von Anfang an von cremigen Bokehs und dem Spiel mit der Schärfentiefe begeistert und leistete mir dann meine erste Festbrennweite, das Canon EF 50mm 1.8, welches mir dann plötzlich eine ganz neue Seite der Fotografie eröffnet hatte.


Welche Fototechnik benutzt du jetzt?
Nachdem ich mich mit der EOS 1000D ein wenig „einfotografiert hatte, wurden mir die Schwächen der Kamera besonders im High-Iso Bereich schnell lästig und ich verkaufte sie ebenfalls wieder bei eBay zum selben Preis für die ich sie gekauft hatte, also komplett ohne Verlust. Als nächstes hab ich mir dann eine neue Canon EOS 550D geleistet. Von der Bildqualität und der High-Iso Leistung war ich sofort begeistert und bin es auch Heute noch. Auch die schnelle Serienbildgeschwindigkeit und das große Display mit Live-View-Funktion konnte ich schon des Öfteren zu meinem Vorteil nutzen. Das 50mm 1.8 Objektiv habe ich mittlerweile durch die 1.4er Version getauscht, da das 50mm 1.4 ein wesentlich schöneres Bokeh zaubert und ein gutes Stück mehr Schärfe bietet. Vor kurzem kam dann noch das Sigma 30mm 1.4 EX DC HSM dazu, weil 50mm an einem Crop-Sensor doch für manche Situationen etwas viel sind. Fest steht für mich definitiv, dass ich auch in Zukunft hauptsächlich mit Festbrennweiten fotografieren werde. Die große Blendenöffnung und die gute Abbildungsqualität sprechen einfach für sich. Außerdem war ich noch nie wirklich in einer  Situation, in der unbedingt ein Zoom-Objektiv benötigt hätte, um das Foto zu bekommen, das ich wollte.


Was fällt dir beim fotografieren am schwersten?

dice splashAm schwersten fällt es mir, nicht immer das gleiche zu fotografieren! Ich erwische mich immer wieder dabei, wie ich meine Kamera Richtung Boden bewege, um Pflanzen zu fotografieren. Natürlich gibt es unheimlich viele wunderschöne Pflanzen, aus welchen man immer wieder wahnsinnig gute Bilder zaubern kann aber irgendwie wird es dann doch langweilig, wenn man z.B. auf Flickr einen Fotostream durchklickt und nur von einer Blume zur nächsten kommt. Gerade größere Städten haben einen Charme, den ich wirklich liebe und aus dem sich tolle Fotos rausholen lassen, deshalb „zwinge ich mich teilweise dazu, mal keine Pflanzen sondern gezielt andere Dinge vor die Linse zu bekommen und daraus ein Foto zu komponieren. Und gerade Das fällt mir im Moment noch gar nicht so leicht. Bei Blumen ist es praktisch egal, aus welcher Perspektive man sie fotografiert, man kann fast nichts falsch machen aber nimmt man eine Stadtszene ins Visier, braucht man schon etwas mehr Glück und Bewegung sowie das richtige Gespür, um die beste Perspektive zu finden oder die Richtige Situation zu erwischen und in Szene zu setzen. Aus diesem Grund habe ich mir angewöhnt, immer mal wieder neue Orte und Straßen zu besuchen und dort gezielt keine Pflanzen sonder ganz einfach andere Dinge zu fotografieren, was auch immer das dann sein mag.


Auf welches Foto bist du stolz?
Dafür musste ich erstmal selbst meine Fotos durchsehen, um das „eine, richtige Foto zu finden. Ich würde sagen es ist das folgende:

Meet me in october

Auch wenn ich heute einiges anders machen würde, war es für mich Persönlich eine Art Wendepunkt und ein Meilenstein. Mit diesem Foto habe ich selbst erst herausgefunden, wie kreativ man so eine Festbrennweite einsetzen kann und ich habe es geschafft, eine besondere Stimmung im Bild festzuhalten. Außerdem eignet sich das Bild super, um meinen Charakter zu beschreiben. Es ist irgendwie verträumt, irgendwie einfach, irgendwie alltäglich, irgendwie melancholisch und irgendwie eine ganz eigene Welt …
Hast du einen Lieblingsort?
Hmm.. eine wirklich interessante Frage und ich muss zugeben dass ich mir darüber noch nie wirklich Gedanken gemacht habe. Ich würde diese Frage aktuell erstmal mit „Nein beantworten. Es gibt einen etwas größeren Park, der nur ein paar Schritte von meiner Wohnung entfernt ist. Dort ist der Lichteinfall so ca. zwei Stunden vor Sonnenuntergang ideal um Fotos zu schießen. Unter anderem ist dort folgendes Bild entstanden:



Fairy Forest Pt. 1 [Explore]

Dorthin gehe ich immer mal wieder gerne, weil der Park so viele abwechslungsreiche Plätze bietet und man sich sicher sein kann, mit mindestens einem guten Bild nach Hause zu kommen. Was ich auch sehr gern mache ist, mich auf mein Fahrrad zu setzen, aus der Stad herauszufahren (was bei mir nur ca. 5 – 10 Minuten dauert) und dort die Landstrassen entlang zu fahren. Auch da kann ich mir sicher sein, dass ein paar Gute Fotos entstehen. Entweder ich halte dort an irgendwelchen Feldern oder Fahre durch kleine Dörfer auf der Suche nach dem richtigen Motiv. Trotzdem kann man das alles nicht wirklich als meinen „Lieblingsort bezeichnen. Ich denke, wen ich den mal gefunden habe, dann ist es auch kein Park oder ein Blumenfeld sondern eher etwas städtisches, eine Straße, ein Gebäude oder eine alte, verlassene Halle.

Wofür interessierst Du Dich noch?
Wie schon erwähnt bin ich leidenschaftlicher Musiker und höre natürlich auch dementsprechend viel Musik. Ich bin sozusagen immer wieder auf der Suche nach neuen Künstlern und Bands die ich noch nicht kenne. Außerdem bin ich noch relativ extrem unterwegs, wenn es um Videospiele geht. Ich besitze praktisch alle aktuellen Konsolen außer der Xbox 360 und verbringe oftmals die letzten Stunden vor dem Schlafengehen davor, weil es für mich einfach eine super Entspannungsmethode ist und ich dabei einfach abschalten kann. Seit ich mit der Fotografie angefangen habe gehört natürlich auchPhotoshop zu meinen „Hobbies. Ich kann teilweise Stunden damit verbringen, einen neuen Farb- oder Bearbeitungsstil für ein Bild zu entwickeln und bin immer wieder fasziniert von den Möglichkeiten dieses Programmes und den daraus resultierenden Ergebnissen. Die noch verbleibende Zeit verbringe ich dann meistens mit Freunden oder damit, meinen Blog (www.sandbox-photos.com) mehr oder weniger regelmäßig zu füllen.





everything's magic


Fotostream Flickr , 500px







cool photo equipment